Mittwoch, 13.12.2017 17:42 Uhr

Große Papst-Schau in Mannheim

Verantwortlicher Autor: rem/Stefanie Bettinger Mannheim, 19.05.2017, 12:57 Uhr
Presse-Ressort von: Stefanie Bettinger Bericht 5258x gelesen

Mannheim [ENA] Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal der Tag, an dem Martin Luther 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben soll. Anlässlich des diesjährigen Jubiläumsjahres präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen (rem) in Mannheim die Ausstellung "Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt" im Museum Zeughaus. Die kulturhistorische Schau ist vom 21. Mai bis 31. Oktober 2017 geöffnet.

Der Legende nach soll Martin Luther am 31.Oktober 1517 seine 95 verfassten Thesen an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen haben.Das Datum gilt als Beginn der Reformation. Die Reiss-Engelhorn-Museen nehmen das 500. Reformationsjubiläum zum Anlass die Darstellung des Papsttums in Antike, Mittelalter und Renaissance zu zeigen. Die kulturhistorische Schau umfasst einen Zeitraum von 1.500 Jahren, in denen Katholiken gemeinsam mit Protestanten Geschichte schrieben. Dafür reisten ausgewählte Exponate aus wissenschaftlichen und musealen Einrichtungen, auch des Vatikans nach Mannheim.

Einzigartige Exponate im Museum Zeughaus

Namhafte Museen und Sammlungen unterstützten das Projekt unter Leitung der rem und der Universität Heidelberg mit der gemeinsamen Forschungsstelle "Geschichte und kulturelles Erbe". So ist zum Beispiel der Heidelberger Sachsenspiegel aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. Er ist eine Leihgabe der Heidelberger Universitätsbibliothek und die älteste von insgesamt vier überlieferten Bilderhandschriften mit Rechtstexten bestehend aus dem Lehn- und Landrecht. Das Rechtsbuch wird jeweils durch eine breite Bildbreite illustriert. Drei Miniaturen stehen mit dem Papsttum in Verbindung.

Papst und Kaiser sitzen gemeinsam auf einem Thron, während sie einander den Arm um die Schulter gelehnt haben. So demonstrieren sie die Einigkeit der obersten geistlichen und weltlichen Macht. Die auf 2.500 Quadratmetern große Schau vereint insgesamt 330 Spitzenstücke, darunter auch ein Portrait des Borgiapapstes Alexander VI. und eine Portraitbüste des Papstes Pius II. aus dem vatikanischen Museum. Weitere kostbare Handschriften, Urkunden, Gemälde, Skulpturen sowie Kunsthandwerk und Textilien werden ausgestellt.

Bei vielen Exponaten wird der Frage nach den Ursprüngen des Papsttums in der Antike, nach der Machtentfaltung des Amtes seit dem frühen Mittelalter bis hin zu den Prachtentfaltungen der Renaissancepäpste im 15. und 16. Jahrhundert nachgegangen. Das Papsttum besaß eine wachsende geistliche und weltliche Autorität, die nicht nur die theologische Entwicklung, sondern auch die Herausbildung des lateinischen Abendlandes prägte. Das Christentum stieg aus jüdischen Wurzeln von einer kleinen Gemeinschaft im Osten des Römischen Reiches zu einer der großen Weltreligionen auf.

Die kulturhistorische Sonderausstellung "Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt" wird auf drei Stockwerken im Museum Zeughaus gezeigt. Die Ausstellung öffnet ihre Pforten vom 21. Mai bis 31. Oktober 2017. Als Schirmherr konnten die Verantwortlichen den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert gewinnen. Hauptförderer der Präsentation ist die Baden-Württemberg Stiftung.

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