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Besserer Zugang zu Literatur für Sehbehinderte und Blinde

Verantwortlicher Autor: Stefanie Bettinger Berlin, 18.07.2017, 09:48 Uhr
Presse-Ressort von: Stefanie Bettinger Bericht 5081x gelesen

Berlin [ENA] Der Rat der Europäischen Union hat urheberrechtliche Regelungen zu Gunsten blinder, seh- und lesebehinderter Menschen verabschiedet. Dadurch soll diesen Menschen ein besserer Zugang zu Literatur ermöglicht werden. Die neuen EU-Vorgaben betreffen die Erlaubnis für Blindenbibliotheken, Texte in ein barrierefreies Format zu übertragen, ohne zuvor die Zustimmung des Autors oder Verlegers einzuholen.

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat gestern die neuen urheberrechtlichen Regelungen bekannt gegeben, die der Rat der Europäischen Union verabschiedet hat. Dadurch soll blinden, seh- und lesebehinderten Menschen ein besserer Zugang zu Literatur ermöglicht werden. Die neuen EU-Vorgaben betreffen die Erlaubnis für Blindenbibliotheken, Texte in ein barrierefreies Format zu übertragen, ohne zuvor die Zustimmung des Autors oder Verlegers einzuholen.

EU-weit ist jetzt festgelegt, dass zum Beispiel Sachbücher, Romane oder Zeitschriften in Braille-Schrift, Großdruck oder Hörbuchfassungen übertragen werden dürfen. Außerdem dürfen diese barrierefreien Fassungen an die blinden, seh- und lesebehinderten Menschen verbreitet werden - in analoger Form oder elektronisch, innerhalb eines Mitgliedsstaats oder auch über nationale Grenzen hinweg. Blinde, seh- und lesebehinderte Menschen haben zudem die gesetzliche Erlaubnis, für den Eigengebrauch selbst Texte in ein barrierefreies Format zu übertragen. Die EU setzt damit den Vertrag von Marrakesch um.

Blindenbibliotheken erhalten Online-Nutzungsrechte

Dieser internationale Vertrag der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) soll weltweit eine bessere Versorgung mit barrierefreier Literatur sicherstellen. Mitgliedstaaten haben ein Jahr Zeit, die Vorgaben in ihr nationales Recht umzusetzen. Im deutschen Urheberrechtsgesetz ist eine Regelung zu Gunsten von Menschen mit Behinderungen (§ 45a des Urheberrechtsgesetzes) bereits vorhanden. "Das deutsche Gesetz muss nur sinnvoll weiterentwickelt werden", so Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. "Wir werden eine Online-Nutzung neu in das Gesetz aufnehmen: Blindenbibliotheken werden die Erlaubnis erhalten, barrierefreie Literatur online für die Begünstigten zur Verfügung zu stellen."

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