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"Dinosaurier des Jahres" geht an Agrarminister Peter Hauk

Verantwortlicher Autor: Stefanie Bettinger Berlin/Stuttgart, 30.12.2025, 12:37 Uhr
Presse-Ressort von: Stefanie Bettinger Bericht 3384x gelesen
Der "Dinosaurier des Jahres" gilt als Schmähpreis. Es ist eine 2,6 Kilogramm schwere Nachbildung einer Riesenechse.
Der "Dinosaurier des Jahres" gilt als Schmähpreis. Es ist eine 2,6 Kilogramm schwere Nachbildung einer Riesenechse.  Bild: © NABU/Klemens Karkow

Berlin/Stuttgart [ENA] Der NABU verleiht den "Dinosaurier des Jahres 2025" an die Unions‑Landesagrarminister für ihre Verweigerungshaltung bei der Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme. Stellvertretend nimmt Baden‑Württembergs Agrarminister Peter Hauk den Negativpreis entgegen.

Baden‑Württembergs Agrarminister Peter Hauk führt derzeit den Vorsitz der Agrarministerkonferenz (AMK). Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ist ein wesentlicher Anlass für die Verleihung des Negativpreises ein gemeinsamer Brief aller Agrarminister der CDU und CSU an die EU‑Kommission im Juni. Darin fordern sie die Aufhebung der EU‑Wiederherstellungsverordnung (WVO) – jenes Gesetzes, das den Zustand der Natur EU‑weit verbessern soll. Der NABU kritisiert die „Verbreitung irreführender Behauptungen” sowie eine „politische Verweigerungshaltung” der Unions‑Landesagrarminister. Diese blockiere Lösungen, die insbesondere die Land‑ und Forstwirtschaft dringend benötige.

NABU‑Präsident Jörg‑Andreas Krüger verteidigt Preis

Die Wiederherstellung zerstörter Natur sei eine zentrale Investition in die Zukunft, betont Krüger. Intakte Ökosysteme sorgten für fruchtbare, klimaresiliente Böden, stabile Wälder, funktionierende Wasserhaushalte, Flusslandschaften und Moore, die große Mengen CO₂ speichern. All dies erhöhe die Lebensqualität, schütze Infrastruktur und sichere langfristig die wirtschaftliche Grundlage. Statt diese Chancen zu nutzen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, hätten die Minister mit ihrem Brief jedoch Verunsicherung in Verwaltung, Landwirtschaft und Naturschutz ausgelöst, kritisiert Krüger. Die Auszeichnung solle daher ein deutliches Signal setzen, den Fokus wieder auf Zusammenarbeit und verantwortungsbewusstes Handeln zu richten.

Der NABU erinnert die Minister daran, dass ihre Parteikollegin, EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die EU‑Verordnung zur Wiederherstellung der Natur maßgeblich mitentwickelt hat und damit sowohl formal als auch politisch Mitverantwortung trägt. Zudem erfährt die Verordnung in der Bevölkerung breite Zustimmung. Laut einer aktuellen NABU‑Umfrage wünschen sich 85 Prozent der Bevölkerung mehr intakte Natur und fordern einen deutlich stärkeren politischen Einsatz für die Wiederherstellung von Naturflächen.

Mit dem "Dinosaurier des Jahres", einer 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, zeichnet der NABU seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement gegen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben. Preisträger 2024 war der Berliner Senat für das "Schneller-Bauen-Gesetz", 2023 der "Beschleunigungspakt" der Ministerpräsidentenkonferenz. www.NABU.de

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