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Silvester-Knallerei stresst Vögel

Verantwortlicher Autor: Stefanie Bettinger Berlin, 13.12.2023, 17:05 Uhr
Presse-Ressort von: Stefanie Bettinger Bericht 5530x gelesen

Berlin [ENA] Feuerwerke zu Silvester und bei besonderen Anlässen über den gesamten Jahresverlauf erfreuen viele Menschen. Gleichzeitig häufen sich Untersuchungen zu Auswirkungen von Feuerwerk auf die Natur, insbesondere auf die Vogelwelt sowie Berichte über Umweltfolgen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat zur Feuerwerksböllerei ein Positionspapier veröffentlicht, das dessen Standpunkt wiedergibt.

Pyrotechnik im zivilen Bereich wird vor allem zum Jahreswechsel an Silvester eingesetzt, aber auch über das Jahr verteilt bei Großveranstaltungen oder zu besonderen privaten Anlässen. Kleinfeuerwerke dürfen ab achtzehn Jahren abgefeuert werden. Durch den flächenhaften Einsatz an Silvester entsteht eine zwanzigmal höhere Feinstaubbelastung als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten 50 Mikrogramm, berichtet der NABU. Neben diesen und anderen gesundheitlichen Effekten, Sachschäden, enormen Müllmengen und erhöhter Waldbrandgefahr in trockenen Sommern führe das akustische und visuelle Spektakel zu erheblichen Störungen bei Wildtieren.

Umfangreiche Studien belegen, laut NABU, dass insbesondere Vögel stark auf Feuerwerk reagieren. Sie fliehen in viel größere Höhen, landen für lange Zeit nicht und verlassen oft für mehrere Tage ihre Rast- und Schlafgebiete. Wasservögel reagieren sogar noch in zwei bis sieben Kilometern Entfernung auf Feuerwerk. Durch den physischen Stress, wie er etwa an schlafenden Kohlmeisen nachgewiesen wurde, geht ein hoher Energieverbrauch einher, der vor allem im Winter lebensbedrohlich für die Vögel sein kann.

Daher fordert der NABU ein Verbot privater Silvesterknallerei und eine Beschränkung auf zentral organisierte Feuerwerke. Zudem sollte es ein grundsätzliches Verbot von Feuerwerken in der Brutzeit von März bis August geben. Ausnahmen dürften nur durch fachgutachterliche Einschätzung erteilt werden. Des Weiteren sollten Abstände von mindestens 2.000 Metern zu Schutzgebieten für Wildtiere und 4.000 Metern zu Kranich- und Gänseschlafplätzen eingehalten werden. Weiterhin wird angeregt, emissionsarme Alternativen zu entwickeln und die empirische Forschung auszudehnen.

Auf Feuerwerk an Silvester müsse aber nicht komplett verzichtet werden, meint die Naturschutzorganisation. Städte und Gemeinden könnten zentrale Feuerwerke organisieren, vorzugweise Lichtshows. Die Konzentration auf bestimmte Orte reduziere Müll und Lärm. So könne das neue Jahr umwelt- und naturfreundlicher begrüßt werden. www.NABU.de

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