Weniger Vögel in Gärten gesichtet
Berlin [ENA] Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat das Endergebnis der 21. "Stunde der Gartenvögel" bekannt gegeben. Demnach verzeichnet die Frühjahrszählung deutliche Rückgänge bei Amseln, Finken, Spatzen, Staren und Co. Rund 57.000 Vogelfreunde haben an der Aktion teilgenommen und Vögel aus mehr als 39.000 Gärten und Parks in ganz Deutschland gemeldet. Der Abwärtstrend der gesichteten Vögel pro Garten setzt sich fort.
Bei der bundesweiten "Stunde der Gartenvögel" am zweiten Maiwochenende wurden im Schnitt nur noch 28,45 Vögel pro Garten gezählt. Das ist ein deutlicher Abfall zu 2024, wo es noch knapp 30 waren. Vor zehn Jahren wurden sogar noch 36 Vögel pro Garten gesichtet, 2021 waren es 33 Vögel. Dass die Zahl der gesichteten und gemeldeten Vögel immer weiter abnimmt, überrascht Martin Rümmler, NABU-Vogelschutzexperte, nicht: „Neben Einzeleffekten wie die Verbreitung von Krankheiten für bestimmte Arten haben viele Populationen, die in unsere Städte und Dörfer kommen, mit fehlender Nahrung, Hitze, Trockenheit und anderen Problemen zu kämpfen.“
„Wenn es weniger Biodiversität auf unseren Äckern, am Waldrand, in Gärten gibt, fehlt immer mehr Vögeln die Nahrung, der Nistplatz, der Lebensraum“, sagt Rümmler. Bei der diesjährigen Zählung stand die Amsel besonders im Fokus. Hier bestand der Verdacht, dass sich das in einigen Regionen im vergangenen Sommer wieder stark aufgetretene Usutu-Virus bei den Sichtungen bemerkbar machen könnte. „Das scheint sich leider zu bewahrheiten“, so Rümmler. Im vergangenen Jahr wurde dem NABU vor allem aus Norddeutschland mehr Verdachtsfälle zu Infektionen mit dem Virus gemeldet als bisher. Bei der Vogelzählung wurden im Mai deutlich weniger Amseln pro Garten gemeldet.
Eine Infektion mit dem tropischen Virus verläuft bei Amseln häufig tödlich, was den Bruterfolg im Vorjahr deutlich beeinflusst haben kann und sich nun offenbar in den verminderten Sichtungen niederschlägt. Negativer Spitzenreiter ist Schleswig-Holstein mit 31 Prozent weniger Amseln im Vergleich zum Vorjahr. In Niedersachsen sind es 27 Prozent weniger Amselsichtungen ebenso wie in Mecklenburg-Vorpommern. www.NABU.de




















































